Freitag, 7. September 2012

HANDS ON FASSBINDER #4 WER LIEBT - ARBEITEN IN DER GRUPPE




HERZLICHE EINLADUNG

Am nächsten Wochenende 15. und 16. September geht es weiter mit üppigem Programm 

HANDS ON FASSBINDER zum Thema 
WER LIEBT - ARBEITEN IN DER GRUPPE
im .CHB in Berlin. 

Filme werden nicht alleine gemacht. Sie richten sich an ein spezielles Publikum und benötigen eine eigene Technik, um sie aufzuführen: anscheinend evidente Thesen, die selten offen verhandelt werden. Wie arbeiten Kollektive, Paare, Gruppen? Wie funktioniert die Zusammenarbeit? An wen sind die Arbeiten adressiert und wer denkt über die Aufführungsweisen nach, wenn analoge Formate im Kino sich mit digitalen vermischen? 

„Ja, man muss fragen, was ist eine Gruppe? Sind Leute eine Gruppe, die über das Ergehen der Gruppe selbst bestimmen, oder sind Leute eine Gruppe, die aus irgendwelchen Gründen eine Gruppe bilden. Und in dem Fall war's so, dass die Gruppe 'ne Gruppe war, ich sag das, ob's arrogant klingt oder nicht, weil es mir zu der Zeit mehr Spaß gemacht hat, mit denselben Leuten weiter zusammen zu arbeiten als mit Fremden." (RWF im April 1975 im Gespräch mit Corinna Brocher „Die Gruppe, die trotzdem keine war" in „Fassbinder über Fassbinder", Hg. Robert Fischer, 2004)

Davor zeigen wir im Zeughauskino
am 13. September FONTANE EFFI BRIEST um 20.00
und am 14. September FAUSTRECHT DER FREIHEIT um 18.30 
und WARNUNG VOR EINER HEILIGEN NUTTE um 21.00


S  A  M  S  T  A  G

15.09.2012 / 16:00 UHR / .CHB / PERFORMANCE 
›Fassbinderologie‹ – Alban Lefranc und Julien Lacroix [Veranstaltungssprachen: Englisch, Deutsch]
Anlässlich der Publikation seines Romans FASSBINDER, LA MORT EN FANFARE bei Payot/Rivages in Frankreich, präsentiert Alban Lefranc zusammen mit Julien Lacroix die Grundlagen einer neuen Wissenschaft: der ›Fassbinderologie‹. Geschichte, faustkämpferische Praxis, Philosophie, Schach und Zahlentheorie streifend, werden die beiden Conferenciers mit wissenschaftlicher Genauigkeit jenseits aller fachlichen Zweifel beweisen, wie man anhand von Werk und Leben des berühmten deutschen Filmemachers die meisten historischen Phänomene der letzten drei Jahrtausende erklären kann.

FILMDOKUMENT / GESPRÄCH
Aufgezeichnete Diskussion mit R.W. Fassbinder anlässlich der Aufführung von FAUSTRECHT DER FREIHEIT im Österreichischen Filmmuseum am 2. November 1975 (22 Minuten).

Anschließend: Alejandro Bachmann im Gespräch mit Hannes Brühwiler über die Arbeit des österreichischen Filmmuseums in Bezug auf Bewahrung, Präsentation und Vermittlung von Filmgeschichte. Der Fokus liegt dabei auf der Praxis der Kinoaufführung angesichts fortschreitender Digitalisierung im Bereich der Archivierung und Präsentation. Gerade Filmmuseen und -archive stellt dies vor grundlegende Probleme. Dabei geht es nicht um Fragen der Qualität oder Nostalgie, sondern darum, wie dies den Blick auf Filmgeschichte verändert.

18.00 UHR / .CHB / GESPRÄCH
„Close-up Arsenal: Innenansichten einer modernen Kinemathek" – Stefanie Schulte Strathaus, Birgit Kohler, Milena Gregor im Gespräch mit Christoph Hochhäusler und Ekkehard Knörer
Das Berliner ARSENAL gehört zu den bekanntesten Filminstitutionen Europas. Als „Institut für Film und Videokunst e.V." betreibt es nicht nur das wichtigste Kino Berlins, sondern ist unter anderem auch in Sachen Vertrieb, Archivierung und – im Rahmen des Forums der Berlinale – als kuratorische Instanz aktiv. Die „Gralshüter(innen) der Filmkunst" – Milena Gregor, Birgit Kohler und Stefanie Schulte Strathaus stehen dem Verein gemeinsam vor – haben allerdings nicht nur mit einer dürftigen finanziellen Ausstattung und den Tücken des Standorts zu kämpfen. Es ist die Definition der Aufgaben selbst, die mehr und mehr zur kontroversen Frage wird. Angesichts eines Kinos, dessen – soziale, politische, ästhetische – Identität in Auflösung begriffen ist, wollen wir über Bedingungen, Ziele und Widersprüche einer modernen Kinemathek diskutieren.

20:00 UHR /.CHB / LESUNG
Angriffe auf dem Weg im Schnee am Abend / Fassbinder, la mort en fanfare, Alban Lefranc, Moderation: Hendrik Jackson
Lefranc verschränkt Fiktion und Dokumentation, um mehrere mögliche Leben von Fassbinder neu zu erfinden. Er imaginiert, dass Fassbinder in einer Allmachtsphantasie, seinen letzten Film mit Mohammed Ali realisieren würde. Das Leben Fassbinders wird zu einer fiktionalen Matrize für das Bild einer neuen Art von Erlkönig, in seiner ganzen Macht und Zerbrechlichkeit.„Er war siebenunddreißig Jahre alt. Lassen Sie sich diese Zahl durch den Kopf gehen. Sein Name war nicht so bekannt wie der Johannes-Paul II., wurde weltweit weniger oft in der Sekunde genannt als der von Warhol, Beuys, John Lennon, Andreas Baader oder Jean-Luc Godard. Siebenunddreißig Jahre, dreiundvierzig Filme, keine Kinder."


S  O  N  N  T  A  G

16.09.2012 / .CHB / 17:00 UHR / GESPRÄCH
Philip Scheffner und Merle Kröger im Gespräch mit Toby Ashraf und Hannes Brühwiler
Philip Scheffners und Merle Krögers Arbeiten lassen sich als filmische Vergangenheitsreisen zwischen dokumentarischem Experiment, Essay und detektivischer Spurensuche beschrieben. Ihre drei Filme – THE HALFMOON FILES, DER TAG DES SPATZEN und REVISION – kreisen dabei um die deutsch-europäische Zeitgeschichte. In REVISION blicken sie auf einen juristisch bereits abgeschlossen Fall: 1992 wurden nahe der deutsch-polnischen Grenze zwei Männer auf einem Feld von Jägern erschossen. Was ist geschehen? Wer waren die Männer? Ein Gespräch über Geschichtsbilder, dokumentarische Ausdrucksformen und das Arbeiten in der Gruppe.

18:30 UHR / .CHB / FILME UND GESPRÄCH 
„Liebe, Arbeit, Kino, ja, aber für wen?" Tobias Hering im Gespräch mit Véronique Goël [Veranstaltungssprache: Französisch mit deutscher Übersetzung]
Tobias Hering hat die Filmemacherin Veronique Goël eingeladen, über die Adressaten der filmischen Arbeit zu sprechen, über die Abwesenden, an die sich Filme richten und für die sie gemacht sind. Beispiele aus Goëls eigener Arbeit sowie zwei Kurzfilme von Jean-Marie Straub und Danièle Huillet zeigen verschiedene Gesten, sich an den Anderen zu richten: Widmung, Frage, Brief, Evokation, Schweigen.
Dank an Barbara Ulrich, Filmmuseum München und Regenbogen-Kino Berlin.

Filmprogramm:
JOACHIM GATTI  Jean-Marie Straub - 2009 - 2'
EUROPA 2005, 27 OCTOBRE Jean-Marie Straub, Danièle Huillet - 2006 - 11'
SO LONG, NO SEE Veronique Goël - 2009 - 16'
SOLILOQUE 2 / LA BARBARIE Veronique Goël - 1982 - 20'


Alle weiteren Informationen unter www.handsonfassbinder.de


Kommentare:

  1. I don´t get it. Was hat das mit RWF zu tun?

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  2. Kommen + Staunen. Nein im Ernst: Die meisten Veranstaltungen haben einen sehr konkreten Bezug. Andere drehen sich um allgemeinere Fragen, die sich uns angesichts von Fassbinders Kino heute stellen. Fragen nach Öffentlichkeit, Rolle des Kinos, kollektiven Strukturen usw. c

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