Samstag, 16. Februar 2013

ZWEITE CHANCE

Zwei Filme, die ich nach dieser Berlinale empfehlen kann, die vielleicht dem ein oder anderen oder der ein oder anderen entgangen sind und die trotzdem demnächst wieder zu sehen sein werden:

IN BLOOM von Nana Ekvtimishvili und Simon Groß


Da gibt es eine atemberaubende Szene auf einer Hochzeitsfeier, die einfach alles hat, was das Kino bieten kann. Schon der Schnitt (Stefan Stabenow) zur Feier hin großartig. Dann ein Schwenk (Oleg Mutu) auf das Geschehen: Die Gesichter der beiden Protagonistinnen (Lika Babluani und Mariam Bokeria). Ein Tanz, der dermaßen dicht inszeniert ist - ein Stein, wem da nicht das Herz aufgeht.


 (Leider gibt es kein Foto im Netz von der Einstellung bei der Hochzeit)


DIE RUHE BLEIBT von Stefan Kriekhaus


Ein Meisterwerk. Nichts, aber auch gar nichts gibt es da zu meckern. (Außer vielleicht, dass der Titel nicht übers Walkie Talkie durchgefunkt wird, damit auch Nichtfilmer die Doppeldeutigkeit verstehen.)
Das Timing, mit dem Jakob Bieber als Protagonist und Patrick Orth an der Kamera das deprimierend langweilige Los eines Setpraktikanten zur Komödie machen, macht einfach Freude. Dazu das Glück, dass über die Landschaft im Film die Dämmerung hereinbricht wie über den Protagonisten. Eine Allegorie, die nichts gewolltes hat, weil sie beiläufig entstanden scheint - wie der ganze Film. Sehr persönlich und damit universell.


(eingestellt von Franz)

Kommentare:

  1. Die Chancen, dass beide Filme demnächst noch mal zu sehen sind, steigen: "In Bloom" hat gestern den Preis der internationalen Filmtheater bekommen, "Die Ruhe bleibt" den silbernen Bären. Auch zwei andere Filme, die ich sehr mochte, sind gestern ausgezeichnet worden: "Prince Avalanche" von David Green, den ich für Revolver in Heft 22 interviewt habe, mit einem silbernen Bären für die beste Regie und "Naked Opera" von Angela Christlieb mit dem Heiner Carow Preis zur Förderung der deutschen Filmkunst. Glückwunsch, Ihr fünf! Ab und zu erwischt es die richtigen ;-)
    Franz

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  2. Ich finde auch, dass es mit Denis Côtés Film den richtigen getroffen hat. Der Preis für Pardé ist wohl eher politisch als wirklich dem Drehbuch zugedacht.
    Marcus

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