Montag, 3. Juni 2013

REBELLISCHE STADT

Bereits während des diesjährigen internationalen Istanbuler Filmfestivals gab es Proteste gegen die voranschreitende Gentrifizierung. Das unweit des Gezi Parks gelegene Traditionskino Emek sollte einer Shopping-Mall weichen. Dagegen hatte die türkische Filmszene Demonstrationen organisiert. Die erste wurde mit Tränengas beantwortet, bei der zweiten blieb es weitgehend friedlich. Hier ein Brief von Costa-Gavras, der auf dem Festival einen Lifetime Achievement Award erhalten hatte, adressiert an den türkischen Ministerpräsidenten: "A famous theatre, a culture center must not be damaged. It is like erasing a piece of our memory and deleting an important place for the future. Therefore, it would be a social, political and artistic breakdown." Und die BBC berichtet: "Atilla Dorsay, doyen of Turkish film critics, said on Monday he would stop writing film reviews as part of a 'silent protest' against the closure."

Mit meinem Handy hatte ich zumindest noch einmal den Eingang des Kinos Emek gefilmt. Links davon die Vorhut der circa zweitausend Demonstranten. Sie skandieren „Emek Bizim Istanbul Bizim!”, Emek gehört uns, Istanbul gehört uns. Rechts davon zwei Herren mit schwarzen Schirmmützen, die den Verlauf der Demonstration überwachen. Sie stehen per Walky Talky mit den um die Ecke wartenden Polizei-Hunderschaften in Verbindung.

               


(eingestellt von Nicolas)

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