Dienstag, 10. Februar 2015

52 FRAGEN # 3

ins Unreine geschriebene Fragen zum DFFB Komplex
 
Warum fühlt sich das Land Berlin als alleiniger Gesellschafter der DFFB nicht den Bürgern verplichtet, wichtige Entscheidungsprozesse über die Zukunft der DFFB transparent zu machen?

Welche Institutionen, Firmen oder Privatpersonen finanzieren die DFFB und zu welchen Anteilen?

Wer beruft die Mitglieder des Kuratoriums der DFFB? Und nach welchen Kriterien wird berufen?

Wer sind die einzelnen Mitglieder des Kuratoriums?

Sind die Mitglieder des Kuratoriums gleichzeitig Interessenvertreter anderer Institutionen? Und wenn ja, gibt es möglicherweise in einzelnen Fällen Interessenkonflikte?

Aus welchem Grund wird die Liste der Bewerber für den Direktorenposten nicht bekannt gegeben?

Wer hat ein Interesse daran, die Kandidatenliste geheim zu halten?

Kann es sein, dass die Geheimhaltung gar keinen rationalen Grund hat, sondern eher kopflos ist, weil das Gefühl für das „richtige“Handeln, das in diesem Fall ein demokratisches sein müsste, verloren gegangen ist? Dass Entscheidungen nicht mehr getroffen werden, sondern ausgesessen werden, wie es auch auf höherer politischer Ebene geschieht? Aus Überforderung? Weil der Vorgang zu komplex ist in seiner Geheimhaltung?

Geht es einfach darum, keine Fragen gestellt zu bekommen, weil Demokratie ermüdend ist?

Oder kann es sein, dass bei den Verhandlungen über die zukünftige Besetzung des Direktorenpostens ökonomische Überlegungen eine große Rolle spielen?

Wäre es dann nicht wichtig und politisch richtig, genau das transparent zu machen?

Welche Hochschule, wenn nicht eine Kunsthochschule müsste sich gegen die Vereinnahmung der Lehre durch wirtschafltiche Interessenverbände und Lobbyisten wehren?

Was haben wir als Gemeinschaft davon, dass unsere Hochschulen wie Unternehmen geführt werden?

Warum wird nicht eine klare Trennlinie zwischen einer Hochschule und einem Unternehmen gezogen?
Wie kann es sein, dass Räume der DFFB unter einem anderen Namen an Firmen vermietet werden?

Ist es nicht eine regressive Idee, erwachsene Menschen zu zwingen, Scheine zu machen und ihre Leistungen auf einer zweidimensionalen Skala zu bewerten? Ihnen die Illusion zu geben, dass es so etwas wie einen Abschluss beim Leben, Denken, Fühlen, Lernen gibt?

Warum führt sich niemand vor Augen, dass es für den sogenannten Markt keine Filmhochschulen braucht?

Warum spricht niemand davon, dass man das, was man dafür braucht, um die Filme für diesen Markt, der nur zum Teil einer ist, zu machen, dass man das auch viel schneller und besser in der Praxis lernen könnte, als Assistent, als Cutter, als Filmarbeiter?

Ist nicht der einzige Grund für eine Filmhochschule und übrigens auch für alle anderen Hochschulen, dass sie das ermöglichen sollte, was in einer praktischen Lehre nicht erlaubt ist?

Geht es nicht darum, einen Ort zu schaffen, der es den Bewohnern erlaubt, zu scheitern, ohne existentielle Konsequenzen zu befürchten?

Geht es nicht zum zweiten darum, einen Ort zu schaffen, an dem man nicht allein damit ist?

Geht es nicht in erster Linie darum, an diesem Ort Freunde fürs Leben zu finden?

Geht es in der Forschung - und Filmemachen ist Forschung - nicht um eine Alternative  zum Konkurrenzprinzip? Überhaupt um Alternativen zur Gedanken- und Gefühllosigkeit der There Is No Alternative Ära? Geht es nicht in erster Linie darum, Herz und Verstand bei sich und anderen zu entdecken?

Wo, wenn nicht an einer Kunsthochschule soll ein Mensch das unter den herrschenden ökonomischen Zwängen noch können?

Fehlt den Kuratoriumsmitgliedern einfach der unverstellte Blick, weil sie schon zu lange mit der vermeintlichen Alternativlosigkeit leben und glauben, man müsste auch alle anderen auf diese Form der Resignation vorbereiten, weil sie glauben, dass sie unvermeidlich ist? Warum lassen sie andere das nicht selbst herausfinden?

Merken sie nicht, dass Ihr Vorgehen an das Vorgehen der Unterhändler der Geheimabkommen TTIP und TISA erinnert?

Merken sie nicht, dass sie ähnlich wie die federführenden Verhandlungsführer bei TIPP und TISA, die in dem Fall - möglicherweise auch an der DFFB - identisch sind mit den wirtschaftlichen Interessenvertretern, dass sie andere Mitglieder des Kuratoriums oder studentische Berater in ähnlich missliche Lagen bringen mit Geheimhaltungspflichten, die mit demokratischer Transparenz nicht viel zu tun haben? Sind es möglicherweise Geheimhaltungspflichten, die die fünf Jahre überschreiten, die bei TISA gleich einem Geheimbund eingefordert wurden?

Versteht sich das Kuratorium als Geheimbund?

Oder haben sich die Kuratoriumsmitglieder in eine auch für sie unangenehme Sackgasse hineinmanövriert, aus der man ihnen jetzt einen Ausweg bieten muss, ohne dass sie das Gesicht verlieren?

Wäre es nicht Größe von allen Entscheidern, wenn sie verstünden, dass sie dem Wunsch einer demokratischen Mehrheit der DFFB nachgeben könnten? Dass sie damit möglicherweise ihr Gesicht wieder fänden? Wäre das nicht das, was diesem Land – und die DFFB trägt den Namen im Titel - so fehlt: Mut zur eigenen Courage?

(franz)

Kommentare:

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    Franz

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  2. Zur Zusammensetzung des Kuratoriums braucht frau/mann nur auf die Seite des Senators für Finanzen schauen, unter den Beteiligungsbericht 2014 zwischen degewo und Deutscher Klassenloterie Berlin findet frau/mann auf Seite 101 die Zusammensetzung des Kuratoriums der DFFB mit deren "Laufzeiten" - gewusst wo ! oder mal fragen !

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    1. Danke für den Hinweis. Ich habe inzwischen auch von verschiedenen Seiten Listen bekommen. Es scheint aber komplizierter, weil es Vertreter gibt und im übrigen für die Neubesetzung der Direktorenstelle eine Findungskommission, die nur zum Teil aus Vertretern des Kuratoriums besteht. Es wird wohl im März ein Gespräch geben, an dem dann hoffentlich alle Parteien teilnehmen. Franz

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